PSYCHOTHERAPEUTISCHE MEDIZIN
Leitbild der Akademie
Die Akademie für Psychotherapeutische Medizin bildet Ärzt:innen in Psychosozialer, Psychosomatischer und Psychotherapeutischer Medizin aus. Unsere Tätigkeit wird durch gesetzliche Anforderungen und die Ausbildungsordnung der Österreichischen Ärztekammer bestimmt. Wir fühlen uns verpflichtet, durch kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Curricula, die Ausbildungsqualität für die Teilnehmer:innen unserer Lehrgänge auf höchstmöglichem Niveau zu halten. Diese Qualität kommt letztendlich den Patient:innen zu Gute, die von den Teilnehmer:innen unserer Ausbildungslehrgänge behandelt werden. Wir kommen dieser Verantwortung nach durch eine gewissenhafte Auswahl fachlich qualifizierter Lehrtherapeut:innen sowie Referent:innen und durch Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für die Teilnehmer:innen.
Dem Grundgedanken des biopsychosozialen Menschbilds folgend, wird auf Diversität, Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit sowohl in Bezug auf die Teilnehmer:innen und Referent:innen als auch auf die Inhalte der Ausbildungscurricula Wert gelegt.
Mission Statement des Vorstands der Akademie für Psychotherapeutische Medizin
Die Akademie für Psychotherapeutische Medizin steht für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Wir bekennen uns mit Nachdruck zu unseren Werten: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Freiheit von Wissenschaft und Lehre, gegenseitiger Respekt und ein klares Nein zu jeder Form von Diskriminierung. Diese Grundsätze verbinden alle Mitglieder der Akademie für Psychotherapeutische Medizin. Sie ergeben sich zwangsläufig aus dem bio-psycho-sozio-kulturellen Ansatz, der der Psychosozialen, Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Medizin zu Grunde liegt.
Freiheit in Lehre und Forschung sind ein zentrales Gut – und verpflichten zugleich zu Verantwortung, ethischer Reflexion und Integrität. Lehrende an der Akademie für Psychotherapeutische Medizin gestalten ihre Arbeit im Einklang mit den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis – transparent und unabhängig. Sie setzen ihr Wissen sorgfältig und verantwortungsvoll ein, nehmen gesellschaftliche Entwicklungen ernst und suchen aktiv den Dialog. Kritischer Diskurs bildet eine tragende Säule unserer Lehr- und Forschungskultur.
In der Akademie für Psychotherapeutische Medizin verstehen wir Diversität als Stärke und gegenseitigen Respekt als Grundlage für ein gutes Miteinander. Mit unserer Diversitätsstrategie setzen wir uns aktiv für ein chancengerechtes, inklusives und diskriminierungsfreies Umfeld ein. Wir fördern Vielfalt in all ihren Facetten und schaffen Strukturen, die Teilhabe ermöglichen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Alter, Lebensentwurf sozialem Hintergrund oder religiöser Zugehörigkeit. Diese Diversitätsstrategie soll zunächst unseren Lehrenden und Teilnehmer:innen zu Gute kommen, letztlich aber in der Folge all unseren Patient:innen. Damit wollen wir einen Beitrag leisten für eine offene Gesellschaft und einen offenen Zugang zu medizinischer Versorgung im ganzheitlichen Sinn für alle.
Die Akademie für Psychotherapeutische Medizin basiert auf einem bio-psycho-sozio-kulturellen Menschenbild, das wissenschaftlichen Grundsätzen, und wissenschaftlichem und systemischem Denken verpflichtet ist. Wir legen Wert auf inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit, den offenen Dialog mit Praxis, Politik und allen ärztlichen Fachdisziplinen, psychotherapeutischen Fachgesellschaften aller Cluster, medizinischen Universitäten sowie fakultätsübergreifend mit Universitäten.
Versuche, den gesellschaftlichen Diskurs in Ton und Inhalt zu verschieben – hin zu Wissenschaftsfeindlichkeit, Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit, Rassismus, Intoleranz und ausgrenzenden Ideologien –, gefährden Zusammenhalt und Vertrauen in eine freie, demokratische Gesellschaft. Dieser Entwicklung treten wir an der Akademie für Psychotherapeutische Medizin entschieden entgegen.
Diversity Management - Konzept
1. Grundsätzlicher Zugang zu Diversität
Die zunehmende Diversität (Vielfalt) von Menschen stellt auch an Bildungsträger die Herausforderung zur Schaffung von Rahmenbedingungen, die diese Unterschied-lichkeiten auch als Potential für ein besseres Miteinander begreifen. In diesem Sinne sieht sich die Akademie für Psychotherapeutische Medizin in der Verpflichtung, eine Gender- und Diversity-gerechte Didaktik zu ermöglichen. Dabei sollen die vier Dimensionen der Diversität berücksichtigt werden:
- Persönlichkeitsdimension – im Sinne des Kerns der Individualität – persönliche Eigenschaften, die eine Person einzigartig machen und nicht unmittelbar einer sozialen Kategorie zugeordnet werden können
- Innere Dimension: angeborene oder erworbene, schwer veränderbare Merkmale wie Alter, Geschlecht beziehungsweise Geschlechtsidentität, ethnische Herkunft, körperliche oder geistige Fähigkeiten/ Einschränkungen...
- Äußere Dimension: Lebens-/Familiensituation, Religionszugehörigkeit, Weltanschauung, Bildungsstand, Wohnort, Einkommen...
- Organisatorische Dimension: Funktion, Hierarchieebene, Arbeitsort, (un)befristete Anstellung...
Aus den grundsätzlichen Überlegungen leiten wir ab:
Alle Teilnehmer:innen an Lehrgängen und anderen Veranstaltungen sowie die Mitglieder des Vereins erhalten dieselben Partizipations- und Entwicklungs-chancen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder sexueller Orientierung.
In den unterschiedlichen Lehr- und Lernprozessen soll die Vielfalt berücksichtigt werden, aber nicht stereotyp vorgeschrieben werden.
Die Lehrinhalte weisen immer wieder spezifisch auf diese Dimensionen der Diversität hin und fördern deren Einbeziehung im ärztlichen Alltag im Sinne der Umsetzung des bio-psycho-sozialen Menschenbilds.
Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, dass Menschen von und miteinander lernen, damit alle davon profitieren können.
Dazu braucht es Kompetenzen bei Lehrenden sowie soziale und strukturelle Rahmenbedingungen.
Die Kompetenzen der Lehrenden sollen folgende Bereiche umfassen:
Wissen:
- Kenntnisse zu den verschiedenen Dimensionen von Diversity
- Theoretische Grundlagen zu Konstruktionsprozessen von Diversity
- Kenntnisse der Mechanismen von Diskriminierung und Stigmatisierung
- Rechtliche Grundlagen zur Gleichbehandlung
Haltung:
- Interesse an und Aufgeschlossenheit gegenüber Diversity
- Grundverständnis von Diversity als Ressource und Chance
- Verständnis von Lernen als soziale Tätigkeit
- (Selbst-)kritischer Umgang mit Diskriminierungsprozessen
- Chancengerechtigkeit als persönliches Anliegen
Können:
- Schaffen von geeigneten Rahmenbedingungen, um vorhandene Kompetenzen und Potentiale sichtbar zu machen und die Vielfalt zu nutzen
- Ambiguitätstoleranz (Differenzen und Konflikten wird konstruktiv begegnet)
- Sorgsamer Umgang mit Diversity bei ausgewählten Lerninhalten und Materialien
- Vorbildwirkung durch Diversity-kompetenten Sprachgebrauch
2. Umsetzung des Diversity Managements
In den folgenden Bereichen kommt Diversity-Gerechtigkeit zur Anwendung:
Gender Mainstreaming:
- Berücksichtigung einer ausgewogenen Geschlechterverteilung bei der Auswahl der Lehrenden
- Berücksichtigung einer ausgewogenen Geschlechterverteilung bei der Wahl von Vorstandsmitgliedern
- Berücksichtigung eines Gender-sensiblen Zugangs bei der Auswahl von Vortragsthemen
- Nutzung eines Gender-sensiblen Sprachgebrauchs bei Vorträgen, Seminaren, Lernunterlagen und Schriftstücken der Akademie
- Individuell flexible Planung der Lehrgänge vor dem Hintergrund von Schwangerschafts- und Karenzzeiten (z.B. temporäre Unterbrechung des Curriculums und flexible Kompensationsmöglichkeiten)
Inklusion und Barrierefreiheit:
- Barrierefreier Zugang zu allen Veranstaltungen der Akademie
- Individuell flexible Planung der Lehrgänge vor dem Hintergrund von Ausfällen durch längere Erkrankungen (z.B. temporäre Unterbrechung des Curriculums und flexible Kompensationsmöglichkeiten)
- Zurverfügungstellung der Lernunterlagen vor den Seminaren, um Teilnehmer:innen mit Sprachbarrieren die Auseinandersetzung mit den Inhalten bereits vor der Veranstaltung zu ermöglichen (z.B. Übersetzung der Manuskripte und Vortragsfolien)
Interkulturelle Kompetenz:
- Respektvoller und wertschätzender Umgang gegenüber Teilnehmer:innen mit Migrationshintergrund (z.B. Unterstützung während eines Seminars oder einer Supervisionsgruppe bei eingeschränktem Wortschatz)
- Berücksichtigung interkultureller und Migrations-spezifischer Themen bei der Auswahl von Vorträgen und Seminaren sowie bei der Auswahl an Lehrenden
- Bewusstes Achten darauf, dass sowohl unter den Lehrenden als auch unter den Teilnehmer:innen Vielfalt sichtbar vertreten ist – also Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Perspektiven und Erfahrungen...
- Eigenes Modul ‚sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden` im Rahmen des Psy1 Lehrgangs
3. Umgang mit Diskriminierung – Beschwerdemanagement
Im Falle einer Ungleichbehandlung (Diskriminierung) haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich jederzeit an die zuständige Lehrgangsleitung bzw. Organisationsleitung oder den Vorstand der Akademie (über das Sekretariat) zu wenden. Die zuständige Leitung (bei übergeordneten Themen der Vorstand) sucht eine Konfliktlösung im Wege der Mediation. Bei gröberen Verletzungen des Gleichbehandlungsgrundsatzes erfolgt im Vorstand eine Diskussion über die weitere Vorgehensweise und mögliche Konsequenzen (z.B. bis hin zum Ausschluss einzelner Lehrender bzw. Lehrgangteilnehmer:innen).

